Kirchenmusik

LdH mit der richtigen Begleitung

Written by Egbert Schoenmaker

[Manuskript für die Pastorenkonferenz der ref. Kirche in die Niedergrafschaft am 6. März 2019 im Gemeindehaus der reformierten Kirche in Emlichheim]


Heute Morgen möchte ich mit Ihnen über die musikalische Begleitung im Gottesdienst sprechen.

Traditionell war es immer so, dass aus dem vorhandenen EG, früher EKG unter Begleitung der Orgel gesungen wurde.

Im EG sind schon viele Lieder von „Heute“ aufgenommen worden; vor allem im fünf- und sechshunderter Bereich. Nicht all diese zeitgenössigen Lieder sind aber für die Orgel gedacht, sondern auf Keyboard und Gitarre entstanden.
Sie sind in erster Instanz nicht für den Gemeindegesang gedacht, sondern eher für kleinere Gruppen, Konfirmanden, Kindergottesdienste, Jugendfreizeiten usw.

Das bedeutet, dass man in diesem Rahmen auf solchen Instrumenten wie  Gitarre, Keyboard oder Klavier zugreift.


Ich nenne zum Beispiel:

Nr. 673 Ich lobe meinen Gott
Nr. 669 Herr gib mir Mut zum Brückenbauen
Nr. 651 Freunde das der Mandelzweig [Gitarrenlied] Nr. 652 Von guten Mächten: diese Melodie passt überhaupt nicht auf eine Beerdigung, wofür es oft ausgewählt wird; die andere Melodie von Otto Abel, Nr. 52, ist hier für besser geeignet; passend zum Inhalt. Bemerkung: Es steht auch im Beerdigungs-Liederheft.
[Bonhoeffer selbst hatte dazu die Melodie von Psalm 27 im Kopf. Er schreibt das in einem Briefwechsel.]

Heute haben wir die Situation, dass viele Pastoren und ihre Gemeinden gerne aus dem neuen Büchlein, dass irgendwann durch die Seitentür hereingekommen ist, singen möchten: das LdH.
Es ist so zu sagen eine Weiterentwicklung von dem was ich vorher schon genannt habe.
Bei diesem LdH ist es offensichtlich, dass es nicht von der Orgel herstammt.

Dazu schreibt Matthias Nagel im Flyer für die Kirchenmusikalische Fortbildung 2019 Frenswegen folgendes: “neue Lieder im Gottesdienstalltag verlangen neue Begleittechniken. Da viele Songs an der Gitarre oder am Piano entstanden sind, brauchen sie auch eine entsprechende und ansprechende Liedbegleitung”.

Hier möchte ich für meine Orgelschüler und Teilnehmer des Orgelbegleitungskurses die ich zurzeit am jeden 2. Dienstag veranstalte / durchführe eine Lanze brechen.
Viele sind durch die Aufforderung ihrer Pastoren um doch das neue Liedgut auch mal auf die Orgel zu probieren verunsichert.
Diese Songs stammen jedoch, wie schon erwähnt, aus einer Tradition & Kultur, in der Orgelspiel & Gemeindegesang fremd sind.
Als Organist haben sie meistens nicht die Ausbildung und das Wissen für leichte Musik und rhythmische Schwierigkeiten wie Synkopen, Akkordsymbole / Patterns-Patronen und dergleichen.
Dies umzusetzen muss man zuerst lernen, das ist ein ganz anderes „Métier“, fragen Sie einmal die Leute die dafür ausgebildet sind!
Pianisten / Keyboardplayer / Gitarristen oder eine Band sollen die Ausführenden sein und nicht die Organisten als „Arbeitstier“ für alles.
Außerdem ist die Orgel per Definition nicht dazu bestimmt, diese Musik auszuführen; Chopin klingt nicht auf ein Cembalo, Bach nicht auf einer Bassgitarre und Erweckungslieder nicht auf einer Orgel.

Es ist auch klar, dass man eigentlich mit der Benutzung des LdH schon ein Schritt gemacht hat, ohne sich vorher bewusst zu sein, dass man zuerst das passende Instrumentarium mit Spielern haben muss, bevor man das Liedgut auf die Gemeinde loslässt.

Fazit: Man soll damit nicht die vorhandenen Organisten belasten / es ihnen aufdrängen.

Viele Pastoren meinen, dass die Organisten darin dienstbar sein müssten, ohne sich davon bewusst zu sein, dass das dazu benötigte Rüstzeug vielleicht gar nicht vorhanden ist. [Manche Organisten überschätzen sich damit auch].

Mein Plädoyer ist, die Organisten, das zu tun lassen worin sie gut sind:

-Praeludium & Postludium- Orgelspiel nach der Predigt aus der Orgelliteratur.
-Das Spielen von Sätzen zu den gesungenen Chorälen aus den vorhandenen Orgelchoral-Begleitbüchern; [ich liefere meine Schüler auch eigene Sätze]

Diejenigen die auch das neue Liedgut begleiten möchten, sollten sich dazu ausbilden lassen; aber mindestens an einigen Kursen teilnehmen.
Am besten wäre es eigentlich für diese Sparte, Leute mit einer Klavierausbildung zu suchen.

 

 

 

 

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Egbert Schoenmaker

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