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Kirchenmusik

Warum spiele ich Orgel? Eine Antwort von Mira

Written by Egbert Schoenmaker

Mira ist Organistin in den reformierten Kirchen in Lage und Neuenhaus und erzählt über
ihre Erfahrungen mit der Orgel, Pastoren und Gemeinde und…. kalte Kirchen.

Mira Meyer an der Hinsz-Orgel in der Broederenkerk zu Kampen NL

Ich bin eine von denen, die so uncool sind und Orgel spielen! Tja und jetzt soll ich schreiben warum!
Was eine blöde Fragestellung, das muss ich ja wohl mal eben sagen!
Ich spiele gerne Orgel, weil… Wie wärs mit: Was mich am Orgelspielen fasziniert .
Das klingt schon besser, denn eine Orgel ist einfach faszinierend.
Dieses wahnsinnige Bild, wenn man die Orgeltür aufmacht, wenn mal wieder eine Pfeife verstimmt ist.
Ich glaube, das hat mich dazu gebracht mit Orgel anzufangen.
Als 8-Jährige gehörte ich zu den Exoten, die vorher nicht mit dem Klavierunterricht anfingen.
Und ich hatte das tierische Glück, gleich an einen kleinen, unordentlichen, etwas verwirrten und lustigen Mann zu geraten.
Ohne ihn wäre ich wohl nicht da, wo ich jetzt bin.
Er hat mir auch geholfen die etwas kritische Pubertätsphase ohne die Abmeldung von der Musikschule zu überstehen.

Mira am vorbereiten für den Sonntag in Neuenhaus

Lachende Gesichter, denn alle haben die Prüfung bestanden. Hinten von links nach rechts: Lena Plescher, Jana Beuker,Anna Schroven, KMD Wiltrud Fuchs. Vorne Mira und Silke Esmann

Was anfangs mit Indianer Tom-Tom & Cound Zirkusmelodien begann, endete schließlich mit Bach und Co. und all den anderen,
mit denen man im Laufe der Jahre so zugeschüttet wird.

Ich spiele Orgel, weil …!

Weil es einfach Spaß macht. Wie stolz man ist, wieder einen Gottesdienst geschafft zu haben.
Wenn man anfangs am Montag dem Pastor schon die Hölle heiß gemacht hat, weil der doch endlich mal die Lieder rüber faxen lassen soll,
so kann man mittlerweile Freitagabends ins Bett gehen, ohne zu denken, ach du heiliger Bimbam.
Spannend ist dann die Lieddurchgabe.
Entweder man möchte den Pastor sofort erschiessen (dies ist ein Appell an alle Liedraussucher!!!), oder gleich dankbar um den Hals fallen.
Das Schönste ist dann aber immer noch der Gottesdienst selbst.
Die Minuten vor Beginn.
Den Herzkasper, wenn die Glocken langsam leiser werden. (Dann denke ich immer, warum mache ich das hier eigentlich?)
Ich glaube, es kann jeder nachvollziehen, wie es ist, wenn eine ganze Gemeinde aus Leibeskräften “Grosser Gott wir loben dich” singt.
Für mich ist das einfach Wahnsinn, wenn dieser Chor zu einem hinaufdringt.

Gemeindegesang
An dieser Stelle einige Worte an die Gesangstalente, die ja bekanntlich von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ist.
Da gibt es einmal die Rüksichtsvollen. Das sind die, die immer drei Noten hinterher singen. Und die etwas Forscheren.
Das sind die, die meinen, sie könnten es besser und schneller als die Orgel.
Die Kräftigen hauen dich mit ihrem Gesang fast von der Bank und bei den Schlappen denkt man, ach singt doch alleine!
Lustig sind auch die, die dir durch ein kräftiges Atmen signalisieren, dass sie doch noch eine Strophe singen wollen,
wenn man sich bei der 10. Strophe mal wieder verzählt hat. Nett, aber überflüssig sind diejenigen,
die dir am Ende des Gottesdienstes weismachen wollen, man hätte ja wunderbar gespielt,
auch wenn man weiss, dass es die reinste Katastrophe war!

Das sind alles Erfahrungen, die man in 3 Jahren Orgeldienst macht und über die man jetzt lachen kann.
Ich weiß, wie elend ich mich gefühlt habe, als mein aller erster Gottesdienst völlig in die Hose ging.
Ich kann nur sagen, von der Predigt habe ich vor lauter Heulen nicht viel mitbekommen.
Und wenn man zehn Minuten vor Gottesdienstbeginn merkt, man hat das falsche Lied geübt, dann muss ich sagen, wird einem etwas flau im Magen.
Aber das alles ist nicht gegenüber dem, was die Faszination der Orgel ausmacht.
Dieses geile Gefühl, wenn der letzte Ton verklungen ist und man weiß, ich hab’s geschafft.

Orgelfahrten
Neben den Gottesdiensten gibt es natürlich noch viele andere coole Dinge, die man bei Unterricht bei Schomi so mitkriegt.
So sind zum Beispiel die Orgelfahrten, die bekanntlich mit asiatischem Essen enden, eine tolle Sache,
Vor allem wenn man sich bei 5° Celsius die Nase abfriert, weil in Holland brauchen wir nicht zu heizen!

2012 – geschrieben von Mira Meyer aus Neuenhaus

Die Orgelfahrten enden fast immer beim “Golden Wok”(hier zum Beispiel in Emlichheim….)

 

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Egbert Schoenmaker

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