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Varia

Ostfriesland: Musikalische Exequien von Heinrich Schütz werden aufgeführt in Canum: reformierte Kirche am Sonntag, den 21. November um 17:00, Anno 2010

Written by Egbert Schoenmaker
Am kommenden Sonntag, 21. November  Anno 2010, Ewigkeitssonntag – findet in der reformierten Kirche zu Canum um 17 Uhr ein Geistliches Konzert statt. Im Mittelpunkt stehen die Musicalischen Exequien von Heinrich Schütz.

1636 komponierte Heinrich Schütz für Heinrich Posthumus, Herr von Gera, Greiz und Lobenstein, eine groß angelegte Begräbnismusik (Exequien) zu biblischen Texten und Kirchenliedern, die Heinrich Posthumus selbstständig ausgesucht hatte und auf seinem Sarkophag hat eingravieren lassen. Dieses Zeugnis tiefster Frömmigkeit gehört mit der Musik von Heinrich Schütz zu den ergreifendsten Werken der abendländischen Musikgeschichte.

Schütz vertonte diese Worte von Tod und Auferstehung in einer dreiteiligen Form: I. Concerto in Form einer deutschen Begräbnismesse, II. Motette Herr, wenn ich nur dich habe und III. Canticum Simeonis Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren für sechsstimmiges Vokalensemble, sechs bis achtstimmigen Chor und Instrumentalisten.

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Die Canumer Aufführung setzt die originalen Aufführungsanweisungen um, indem die Architektonik und die einmalige Akustik der Canumer Kirche genutzt werden, um das vielgestaltige Werk zu musizieren, dass sich der Fürst auch schon zu Lebzeiten hat vorspielen lassen.

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In einer auf Raumklang angelegten doppelchörigen Motette im venezianischen Stil erklingt der ursprüngliche Predigttext der Leichenpredigt Herr, wenn ich nur dich habe. Höhepunkt der Exequien ist Canticum Simeonis, der Lobgesang des Simeon Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren in Verbindung mit dem anrührenden Chor der Engel Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, wobei der dreistimmige Engelchor von der Orgelempore sinnbildlich aus dem Himmel  singt, während von unten  sinnbildlich von der Erde – der Lobgesang des Simeon in einem fünfstimmigen Satz gen Himmel erklingt.

Das Geistliche Konzertwird eröffnet mit dem Lied Wenn mein Stündlein vorhanden ist das in seiner letzten Strophe in die Motette So fahr ich hin zu Jesus Christ von Heinrich Schütz mündet. An Stelle der ursprünglichen Leichenpredigt hält Dr. Alfred Rauhaus eine Meditation zum Thema Tod.

Wie auch zu Schützens Zeiten erklingen zwischen den einzelnen Teilen Choräle und Instrumentalmusiken, die den gottesdienstlichen Charakter des „Geistlichen Konzert“ prägen. Egbert Schoenmaker spielt mit den warmen Flötenstimmen der Holy-Orgel Heinrich Scheidemanns Choralbearbeitung zu dem Lutherlied Vater unser im Himmelreich und eine selten gespielte, meditaive, nach innen gekehrte Choralbearbeitung von Dietrich Buxtehude über das Lutherlied Mit Fried und Freud fahr ich dahin, die dieser im Rückgriff auf Kompositioncharakteristika der Schützzeit komponiert hat.

Im sechsstimmigen Solistenensemble singen Annegret Kleindopf, Mimmi Nilsdotter, Anne Bredemeier, Ernst-August Heinemeyer, Bernhard Scheffel und Benjamin Dippel. Die  als Spezialisten für alte Musik ausgewiesenen Instrumentalisten Susanne Peuker, Chitarrone, Jenny Westman, Viola da Gamba, und Egbert Schoenmaker, Orgel, begleiten den Chor Cantus Canum unter der Leitung von Edzard Herlyn.

Eintritt: 15  – (Kinder, Jugendliche Eintritt frei)

Die Musikalische Exequien von Heinrich Schütz [1585-1672]
Orgelwerke von Scheidemann und Buxtehude

Dietrich Buxtehude 1637-1707
Mit Fried und Freud ich fahr dahin [3 verzen] BuxWV 75
Contrapunctus I
Evolutio I
Contrapunctus II
Heinrich Scheidemann
ca. 1596-1663
Vater Unser im Himmelreich [versus III]
Praeludium in d

Mitwirkende:

Cantus Canum

Leitung Edzard Herlyn

Anne Bredemeier  Alt
Annegret Kleindopf Sopran I
Mimmi Nilsdotter Sopran II
Ernst-August Heinemeyer Tenor I
Bernhard Scheffel Tenor II
Benjamin Dippel Bass
Continuo:
Susanne Peuker-Theorbe
Jenny Westman- Gambe
Egbert Schoenmaker-Orgel

 

240810 Prospektphoto Dochhorn (1)

Canum Holy-Orgel


Die Disposition der Holy-Orgel
Hauptwerk (HW)
Principaal 8′

Rohr-Fleute 8′

Octave 4′

Spits-Fleute 4′

Nashorn 3′

Octave 2′

Mixtuur III

Sesquialter 2f (vakant)

Trompete (B/D) 8′

Brustwerk
Gedact 8′

Rohr-Fleute 4′

Spits-Fleute 2′

Quint-Fleute 1 1/2′

Scharf 2f (vakant)

Krumhorn 8′

Pedalwerk
Subbass 16′

Oktave 8′

Trompete 8′(vakant)

Koppeln:
BW/HW (Schiebekoppel)HW/PW (Manubrien)BW/PW (Manubrien)Nachtigall, Tremulant, KalkantStimmton 440 Hz
Stimmung: Valotti [1/6 Komma Stimmung] Winddruck: 60, 5 mm

Orgelwerkstatt Bartelt Immer Norden im November Anno 2010

Holy-Orgel in Canum

Blick auf Chorraum

Blick auf Chorraum

 

http___www.canum

Canum Kirche und Glockenturm

Egbert Schoenmaker

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Egbert Schoenmaker

2 Comments

  • Wenn man die Site des Schütz-Hauses genau liest, muss man annehmen, dass die Exequien für einen verstorbenen Herrn Heinrich Reuß komponiert wurden:

    “Heinrich Posthumus Reuß, Herr von Gera, Greiz und Lobenstein, wählte 1634/35 Texte aus der Bibel, die auf seinem Sarkophag stehen sollten. Er ließ seinen Sarg so gestalten, dass auf dem Deckel und an den Seiten 25 Bibelverse und Kirchenliedzeilen standen, die sich mit Tod und Auferstehung beschäftigen. Von zentraler Bedeutung war für den Auftraggeber das Canticum Simeonis, wobei es sich um Worte des alttestamentarischen Priesters Simeon vor seinem Tode handelt. Heinrich Posthumus Reuß identifizierte sich sehr mit der Figur des Priesters, was bis dahin führte, dass er wünschte, am Begräbnistag Simeons, dem 4. Februar, beigesetzt zu werden.Als Heinrich Schütz 1635 aus Dänemark zurückkehrte, erhielt er von der Witwe des am 3.12.1635 Verstorbenen den Auftrag für die Vertonung der Bibelverse. Es entstanden die Musikalischen Exequien, deren Druckfassung 1636 als op. 7 in Dresden erschien.Die Exequien (lat. exequiae) beinhalten die Riten beim letzten Geleit. Je nach Gelegenheit umfassen sie drei oder weniger Stationen, in deren Verlauf eine Reihe liturgischer Gesänge vorgetragen werden. Heinrich Schütz ordnete die Sprüche zu einem Concert in Form einer Missa, nach Art des lateinischen Kyrie und Gloria. Ergänzt wird das Concert durch eine doppelchörige Motette über den Bibeltext der Predigt bei der Beisetzung. Danach folgt das doppelchörige Canticum Simeonis als Höhepunkt. Zur Würdigung der Verdienste seines Freundes Heinrich Posthumus Reuß stellt Schütz der Druckfassung ein Nachrufgedicht voran.”

  • … und noch was habe ich gefunden:

    “Posthumus bzw. Posthuma (auch Postumus oder Postuma) sind veraltete Bezeichnungen für Söhne bzw. Töchter, die erst nach dem Tode des Vaters geboren werden. Relevanz erlangte dies vor allem bezüglich des Erbrechts, indem diese Kinder bereits vor der Geburt gesetzlich dieselben Rechte haben, als wenn sie schon geboren wären. Die Bezeichnung wurde teilweise als Namenszusatz geführt.”

    Nichts für ungut!!!!!

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