2015-Samstag 19. September-Orgelfahrt nach Ostfriesland

Geschrieben von am 31. August 2015 | Abgelegt unter Allgemein, Orgelfahrt-Orgeltocht

Samstag den 19. September habe ich wieder eine Orgelfahrt für euch organisiert zu Ostfriesland. Die Orgelfahrt ist gedacht für euch Orgelschüler der Musikschule Niedergrafschaft um die faszinierende Orgeln selber zu spielen und andere Instrumente kennen zu lernen, denn keine Orgel ist gleich! Wie die Orgel konstruiert is wird auch am Ort erklärt. Die Orgel in Canum bietet dazu eine gute Gelegenheit.

Die Orgellandschaft Ostfriesland ist mit mehr als 90 bedeutenden Orgeln aus sechs Jahrhunderten eine der reichsten Orgellandschaften der Welt.
Wir besuchen drei sehr unterschiedliche Orgeln in Weener, Rysum und Canum (bei Emden).
flagge-italienNB:Wir werden auch ein Italienisches Restaurant besuchen in der Nähe von Canum.
Antwerpen-044

Die Orgel in Rysum ist die älteste von den drei Instrumenten gestimmt in Mittelton, d.h. es kann nur Musik gespielt werden mit 2 Vorzeichen. Besonders sind die reine Terzen die dadurch entstehen (strahlende Terzen), und bemerkenswert sind durche die Stimmumg die Halbtonschritte die alle unterschiedlich klingen im Gegensatz zu einer modernen Orgel oder Klavier wo die Halbtonschritte alle gleich sind. Musik der Renaissance und Frühbarock klingen einzigartig. Bei dieser Orgel werde ich anhand von Beispielen die guten und schlechten Töne  vorführen: Tipp! nimm Orgelnoten mit von Scheidemann, Sweelinck, Susato, Zipoli, Valente und ….. Psalmen von Goudimel. Es wird ein besonderes OREILLEerlebnis sein:


Abfahrt aus Emlichheim; Lägen Diek- Am Markt beim Schulzentrum  um 
9:30.

Die Fahrt wird mit eigenem PKW durchgeführt. Bitte bei der Anmeldung angeben ob man Mitfahrgelegenheit sucht, oder anbietet. Dort entscheiden wir wer fährt.
Wir sind zurück um etwa 17:30

MELDET EUCH BALD AN FÜR DIE WEITERE PLANUNG!
Ganz unten schreibe ich dann eure Namen hinzu (bei den Kommentaren)

Um ca. 10:30 sind wir dann in Weener Georgskirche. Diese Orgel und Canum ist sehr geeignet für für die Norddeutsche Orgelmusik;  Bach’s Orgelwerke, Buxtehude, Scheidemann.

Weener-ref. Kirche

Weener, St. Georgskirche, Schnitger-1710

Daten zur Orgel:

Disposition:
(29 / HW/RP/Ped)

I Rugpositief
Praestant (P) 4′ r
Holpyp 8′ o
Quintadena 8’ r
Holpyp 4’ r
Octaav 2′ o
Woudfluyt 2′ r
Quint 1 1/2′ r
Sexquialter II r
Scherp IV r
Dulciaan 8′ rr

II Manuaal
Praestant (P) 8’ r
Quintadena 16′ o
Holpyp 8′ r
Octaav 4′ o
Spitsfluyt 4′ o
Nasat 3′ r
Super Octaav 2′ o
Mixtuur IV-VI r
Cimbel III rr
Trompet 8′ rr
Vox humana 8’ rr

Pedal
Praestant (P) 8‘ r
Subbas (H) 16′ +
Octaav 4′ r
Super Octaav 2’ rr
Mixtuur IV r
Bazuyn 16′ +/r
Trompet 8′ +/r
Trompet 4′ +/r

Pfeifenwerk:
o = Arp Schnitger u. Söhne, Hamburg (1709/10)
+ = Johann Friedrich Wenthin, Emden (1779-1782)
(Pd-Windladen und -Zungen aus dem späten 18. Jahrh. J. Courtain ?)
++ = Gebrüder Rohlfing, Osnabrück (1872-1877)
r/n = H.J.Vierdag (1972-1977)
rr = Jürgen Ahrend, Leer-Loga

Manualumfang: RP: CDE – f”’; HW: C – f”’
Pedalumfang: C – d’

Gehäuse: Mn/Rp o
Pd +
Windladen: Mn/Rp n
Pd +
Klaviaturen: Mn/Rp ++
Pd rr

Manualkoppel r
Magazinbalg r
Tremulant rr

Winddruck: 72mm/WS
Tonhöhe: ca. 1/2 Ton über normal
Stimmung: wohltemperiert (nach Werckmeister)

Bau-/Restaurierungsgeschichte

1709/1710 wurde die Orgel mit Hauptwerk, Rückpositiv und angehängtem Pedal gebaut. Franz Caspar Schnitger verfertigt das Gehäuse in Neuenfelde, worauf eine Kreide-Inschrift im Mittelturm verweist. Im Hauptgehäuse bleibt Raum für ein später einzubauendes Brustwerk. Das Pfeifenwerk stammt wahrscheinlich aus der Hamburger Werkstatt Arp Schnitgers. Aufgestellt wird die Orgel von Arp Schnitger d. J. und dem Gesellen Niclaes Stoever auf dem gotischen Lettner.

1779-1782 erweitert und repariert Johann Friedrich Wenthin die Orgel und versetzt sie auf eine neue Empore vor dem Chorraum. Freie Pedaltürme und ein Brustwerk werden ergänzt, sodass die Orgel nun über 37 Register und drei Manuale verfügt.

1872-1877 eingreifender Umbau durch Gebrüder Rohlfing (Osnabrück): das BW wird aufgegeben, das RP als Hinterwerk hinter das Hauptgehäuse verlegt, die Registerzahl sinkt auf 23.

1927-1928 wird die Orgel schließlich unter dem Einfluss der Orgelbewegung wieder instandgesetzt und das Rückpositiv 1952 von Alfred Führer (Wilhelmshaven) im Rahmen einer umfassenden Restaurierung wieder zum Klingen gebracht. Außerdem stellt der die Disposition des 18. Jahrhunderts unter Verwendung von Pfeifenmaterial aus dem 19. und 20. Jh. wieder her.

1972-1978 führt die Firma Hendrik Jan Vierdag (Enschede/NL) verschiedene Restaurierungsarbeiten durch und erstellt neue Windladen und einen Magazinbalg sowie eine neue Spiel- und Registermechanik, ohne aber immer konsequent nach historischen Prinzipien vorzugehen. Die Pfeifenmacherei Steffani (Herten) rekonstruiert die Register des 18. Jahrhunderts, die im Laufe der letzten hundert Jahre entfernt wurden. Im Pedal werden einige Register des Orgelbauers C. Haupt (1810-1898, Ostercappeln) aus einer Orgel in Gildehaus (1864-1866) verwendet.

1978-1983 kann durch Jürgen Ahrend (Leer-Loga) die Restaurierung abgeschlossen werden, der die Manualzungen und einige Labialregister und die Traktur, Windversorgung, Pedalklaviatur sowie zwei Tremulanten rekonstruiert.

Die Gehäuse aus dem 18. Jahrhundert sind noch original. 1972 wird die prächtige rote Farbgebung von 1782 wiederhergestellt. Die Orgel in Weener scheint das letzte Beispiel für frei stehende Pedaltürme zu sein. Ungewöhnlich ist das äußere Erscheinungsbild durch die strenge schnitgersche Formgebung in den beiden Manualwerken einerseits und die geschwungenen Pedaltürme und die zeitgleich entstandene Emporenbrüstung im Rokokostil andererseits. Im Rückpositivgehäuse befinden sich die Registerzüge für das Rückpositiv. Aufgrund der Umbauten im 19. Jh. und der Anpassungen an den Zeitgeschmack geht ein Großteil des Pfeifenmaterials des 18. Jahrhunderts verloren. Die sehr guten Manualklaviaturen von Rohlfink mit dem großen Umfang (C-f3) werden bei der Restaurierung beibehalten, um die Wiedergabe von Orgelmusik aus dem 19. Jh. zu ermöglichen. Die sechs originalen Schnitgerregister befinden sich in einem sehr guten Zustand. Im Pedal sind noch der hölzerne Subbass und von den drei Zungenregistern die Kehlen, Köpfe und Zungen aus dem 19. Jh. erhalten; die Becher sind neu. Bei den Restaurierungen ging es nicht um die Rekonstruktion des Zustands aus dem 18. Jh., sondern um eine Wiederherstellung der alten Klangverhältnisse unter Verwendung des historischen Materials. Die Schnitgerorgel in Uithuizen dient Vierdag bei der Rekonstruktion 14 neuer Register als Vorbild. Diese Restaurierung bleibt allerdings unbefriedigend. Erst durch Jürgen Ahrend gelingt die technische und klangliche Fertigstellung im Rahmen eines überzeugenden Gesamtkonzepts, das sich am Ideal des Schnitgerklangs orientiert. Vox humana 8? und Dulcian 8? werden nach Uithuizen, die Trompete 8? nach Stade-St. Cosmae rekonstruiert.

.© Wikipedia Foto’s: Rysum und Weener
Gotische Orgel Rysum

Gotische Orgel Rysum

Die Orgel der Rysumer Kirche gilt als das älteste in seinem Pfeifenbestand weitgehend erhaltene Instrument dieser Art in Nordeuropa, und zählt neben den Instrumenten in Sion, Kiedrich und Ostönnen zu den ältesten spielbaren Orgeln der Welt. Die Orgel der Rysumer Kirche geht in ihrem Grundbestand auf das Jahr 1457 zurück und verfügt über sieben Register auf einem Manual. Im Rahmen der Restaurierung im Jahr 1959/60 durch Ahrend & Brunzema wurden verlorene Register rekonstruiert und das spätgotische Gehäuse wiederhergestellt. Wesentliche Teile des Gehäuses und des Pfeifenbestandes sind erhalten. Quelle: Wikipedia

Dispostion seit 1960

Manual CDEFGA–g2a2


Praestant 8′ G
Gedackt 8′ G
Octave 4′ G
Octave 2′ G
Sesquialtera II AB
Mixtur III–IV AB
Trompete 8′ AB
Anmerkungen
G = Gotisch (1457/1513)
AB = Ahrend & Brunzema (1960)
canum-Holy
Holy-Orgel Canum

Holy-Orgel Canum

Canum  Holy-Orgel
Erst 1855 erhielt die Gemeinde eine erste Orgel von Brond de Grave Winter mit acht Registern auf einem Manual und angehängtem Pedal, die nach dem Zweiten Weltkrieg abgängig war. 1964 führte Alfred Führer einen Orgelneubau mit sechs Registern durch.Der Orgelbaumeister Bartelt Immer schuf im Jahr 2010 auf der Grundlage von Werken von Gerhard von Holy eine neue Orgel mit 15 Registern auf zwei Manualen und Pedal. Die Disposition orientierte sich an der verloren gegangenen Holy-Orgel in Nesse (1709–1710). Zudem erwarb die Gemeinde den erhaltenen Prospekt mit einigen originalen Prospektpfeifen von Holy aus Wetter (Ruhr) (1723). Die Originalteile dienten als Grundlage für die Rekonstruktion, während die fehlenden Register anhand der Originalstimmen der Orgel in Dornum und der Orgel in Marienhafe nachgebaut wurden. In einem zweiten Bauabschnitt wurden 2012/13 drei vakante Register ergänzt, sodass das Werk seitdem über 18 Register verfügt.[4]

 

I Hauptwerk C–d3
1.     Principaal   8′
2.     Rohr-Fleute   8′
3.     Octave  4′
4.     Spits-Fleute   4′
5.     Nashorn   3′
6.     Octave  2′
7.     Mixtuur III
8.     Sesquialter II
9.     Trompete B/D     8′
II Brustwerk C–d3
10.     Gedact     8′
11.     Fleute     4′
12.     Spits-Fleute     2?
13.     Quinte     11/3′
14.     Scharf II
15.     Krumhorn     8′
Pedalwerk C–d1
16.     Sub.Bas     16′
17.     Octav-Bas     8′
18.     Trompete     8′
Koppeln: II/I (Schiebekoppel), I/P (Manubrien), II/P (Manubrien)
Nebenregister: Nachtigall, Tremulant (ganze Orgel), Kalkantzug (Motorschalter)
Winddruck: 65 mmWS
Stimmung: Höhe a1= 440 Hz   – Vallotti-Stimmung (1/6 Komma)

 

canum-Holycanum-Holy

6 Kommentare zu “2015-Samstag 19. September-Orgelfahrt nach Ostfriesland”

  1. am 11. September 2015 um 22:11 1.Egbert S. schrieb …

    Es haben sich angemeldet: Anna C, Bert B, Jeanne V, Lore und Christoph W, Andreas Z + 1 Teilnehmer, Roel B + Eltern
    (Stand: 18. September: 9:30)

    Die Fahrt findet statt. Anmelden kann man sich noch.

  2. am 13. September 2015 um 20:45 2.Jan Westerdijk schrieb …

    Ich kann leider nicht dabei sein, da ich am selben Tag eine andere Verpflichtung habe. Hoffentlich bin ich ein anderes Mal wieder dabei.

    Einige Anmerkungen zu der Weeneraner Orgel:
    Die Daten wie sie auf Wikipedia stehen, kommen von der Webseite des Nomine e.V. . Nomine hat die Registernamen übersetzt, in Wirklichkeit sind die Namen auf Niederländisch. Siehe dazu die Seite von Elly Kooiman: . Da kann sich auch die Anordnung der Registerzüge ansehen.
    Zu den Tremulanten: es gibt zwar zwei Registerzüge mit dem Namen “Tremulant”, aber nur den linken kann man auch ziehen. Der rechte ist fest, ob es den zugehörigen Tremulanten überhaupt gibt, weiß ich nicht.
    Die Koppel ist eine Schiebekoppel, und im Funktionieren etwas vom Wetter/Klima abhängig…

    Viel Spaß, es ist eine wunderschöne Orgel!

  3. am 13. September 2015 um 20:49 3.Jan Westerdijk schrieb …

    Ja, setzt man die Links zwischen dreieckigen Klammern, dann werden sie weggefillert…
    Hier dann nochmal:
    Nomine: [http://www.nomine.net/weener-georgskirche]
    Elly Kooiman: [http://ellykooiman.com/orgel/kerk_weener.htm]

  4. am 14. September 2015 um 08:32 4.Monika Heidotting schrieb …

    Schade, Lasse kann an diesem Tag wegen einer Familienfeier leider nicht mitfahren.

    LG Monika Heidotting

  5. am 14. September 2015 um 08:50 5.B. Blom schrieb …

    Hierbij meld ik me aan voor de orgeltocht naar Oost-Friesland. Tevens is in mijn auto plaats voor maximaal 4 deelnemers.

    Met vriendelijke groet,
    Bert Blom.

  6. am 20. September 2015 um 23:52 6.Andreas Zafri schrieb …

    Die Orgelfahrt war ein Riesen-Spaß! Es war ein tolles Gefühl gemeinsam mit Anderen Organisten an historischen Instrumenten zu spielen. Solch eine Gelegenheit bietet sich nicht jeden Tag. Sehr zu empfehlen. Egbert, vielen Dank noch einmal auf diesem Weg für die tolle Organisation.

    Andreas Zafri

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