Orgelbau

Neuringe, Kapelle Orgel von Slegel 16. Jahrhundert

Written by Egbert Schoenmaker

Slegel-Orgel in der reformierten Kirche zu Emlichheim [Foto, entstanden vor 1905]

Slegel-Orgel in der Kapelle von Neuringe

Die ersten Belege der Orgel stammen aus dem 16. Jahrhundert. Der Orgelbauer ist unbekannt. Vermutet wird jedoch Slegel aus Zwolle. Als „Gebrüder Slegel“ wurden die beiden Söhne durch zahlreiche Orgelneubauten und Umbauten bekannt. Da Georg Slegel verschiedentlich in der Grafschaft Bentheim  tätig ist, wird er als Erbauer der neuen Orgel in Emlichheim (um 1542) vermutet.
Erste schriftliche Hinweise zur Orgel stammen aus 1542. In 1544 und 1547 führt der Küster aus Neuenhaus (Coester van Nyenhus) Wartungs- und Reparaturarbeiten an der Orgel durch.

Nächste Spuren:

1742 Autrag zur Einbau einer neuen Trompete 8′ in halber Becherlänge
1765 Pflege der Orgel wird übertragen an Johann Gustav Schilling, Orgelbauer aus Deventer
1797 Umbauten: neue Windlade und neue Rohrflöte 4? gebaut von Orgelbauer Wilhelm Schröder gebürtig aus Neuenhaus
1866-1867 Umbau und Erweiterung durch Orgelbauer C. Haupt aus Ostercappeln: Einbau des selbständigen Pedals wobei das alte Gehäuse mit blinden Seitenflügel und einen stummen Unterprospekt erweitert wurde. Der Spieltisch der bisher hinterspielig war wurde bei dieser Gelegenheit seitlich ins Gehäuse hineingebaut.

Oben: links und rechts: loose Pfeifenfelder [Atrappen]


Neuringe

1904 Wiederaufbau der Orgel in der Kapelle von Neuringe, gebaut in 1897
1948 Restaurierung Fa. Führer: Entfernung Prinzipal 8 vom Pedal. Stattdessen ein Krumhornregal 8? und aus dem Prinzipal 8? entstand einen Choralbaß 4?.
1984 Restaurierung Fa. Führer. Beratung H.Vogel: Alle alte Orgelteile sind beibehalten worden, d.h. nicht nur die ursprünglichen Teile und die von Schröder 1797 angefertigten, sondern auch die Ergänzungen, die Haupt in 1866 hinzugefügt hatte. Es wurde eine Trompete in halber Becherlänge, neu angefertigt. Die Orgel steht in hoher Chorstimmung.
2017 – Fa. Flentrop Zaandam – Orgelstimmung neu festgestellt [nach Pfeifenlangen]Die Trompete 8′ würde ausser Betrieb genommen und gelagert.
Quellen: Albert Rötterink: Orgelkleinod in der Kapelle von Neuringe, Der Orgelbau im westlichen Niedersachsen-Winfried Schlepphorst, Egbert Schoenmaker Organist in Emlichheim

Disposition der Orgel

Manual C,D,E,- d”’
Prinzipal 4′ alt
Quintadena 8’alt C
Rohrflöte 4′ Schröder Choralbaß 14′ Führer, 1948
Octave 2′ alt
Quinte 1 1/3′
Sesquialtera II
Mixtur III alt
Trompete’ 8′ neu Führer 1984

Pedal C-d’
Subbaß 16′ Haupt
Gedacktbaß 8′ Haupt
Choralbaß 4′ Führer 1948

Altes Pfeifenwerk um 1542!

Beschädigte Pfeife beim Labium

Pedalwellenbrett

Geöffnete Windlade vom Pedal mit Ventilen & Federn von Haupt

Vorsängerpult, seitlich der Orgel

Spieltisch

Blick auf Pedallade mit Pfeifenwerk von Haupt. Rechts Pedalwellenbrett und Pedaltasten

Orgelkonzert zum Jubileum Anno 2017 475 Jahre Slegel-Orgel

 

 

 

 

 

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